


Die Geschichte "no(r)way.today" von Julie und August handelt vom Thema der Suche nach Wahrhaftigkeit und Orientierung in einer übersättigten, von allgegenwärtiger Medienpräsenz geprägten Gesellschaft.
Julie und August stehen für eine Generation, bei der durch den täglichen Umgang mit neuen medialen Kommunikationsformen eine grundlegende Entfremdung eingetreten ist.
Die Inszenierung von Sarah Weckert will das Spiel von Realität und Illusion mit den Mitteln der Bühne und des Films in Bilder übersetzen, die den Jugendlichen zwischen 15 und 25 von heute vertraut sind. Die Grenzen der Wahrnehmung sollen so weit irritiert werden, bis beim Zuschauer ein Gefühl von Orientierungslosigkeit eintritt, das die Protagonisten das ganze Stück über selbst durchleben.
Die Bühnenwirklichkeit und ihre leibhaftig anwesenden Darsteller werden verwoben mit den projizierten Bildern der Filmrealität.
Die Trennung von Bühne und Projektionsfläche verwischt sich - die Bühne tritt über in den Filmraum oder der Filmraum wird zur Bühne.
Dieses Wechselspiel von Illusion und Wirklichkeit überträgt das Gefühl der inneren Orientierungslosigkeit von Julie und August, indem es ihre eigenen aufgebauten und geglaubten "Fakes" dechiffriert. Die Protagonisten können die Leinwand zunächst scheinbar zu ihrer beliebigen Manipulation von Wahrheit und Phantasie gebrauchen, merken aber schließlich, dass sie selbst zum Instrument des von ihnen verwendeten Mediums geworden sind.



















